Hurerei, Unreinigkeit und Geiz
Der Apostel Johannes beschreibt die Liebe als eine Offenbarung des Lichts GOttes im Herzen. Nur die Liebe zu GOtt und die Liebe zum Nächsten ermöglichen es dem Menschen, das Licht Gottes zu finden; deshalb konnte Christus uns während seiner leiblichen Gegenwart lehren, dass zwei Gebote das gesamte Gesetz zusammenfassen: das erste die Liebe zu Gott und das zweite die Nächstenliebe.
Um die Menschheit in Finsternis zu stürzen und sie dort dauerhaft zu halten, hat der Böse leider eine andere Art von „Liebe“ geschaffen und entwickelt, die die Liebe zu GOtt und zum Nächsten ersetzen soll: die Weltliebe. Doch lesen wir zunächst einen Auszug aus dem ersten Johannesbrief:
Wiederum ein neu Gebot schreibe ich euch, das da wahrhaftig ist bei ihm und bei euch; denn die Finstemis ist vergangen, und das wahre Licht scheinet jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch in Finsternis. Wer seinen Bruder liebet, der bleibet Licht,und ist kein Ärgernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder hasset, der ist in Finsternis und wandelt in Finsternis und weiß nicht, wo er hingehet; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.
Liebe Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben werden durch seinen Namen.
Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen; denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindern; denn ihr kennet den Vater.
Ich habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben, daß ihr stark seid, und das Wort GOttes bei euch bleibet, und den Bösewicht überwunden habt.
Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen GOttes tut, der bleibet in Ewigkeit.
Nur unsere bedingungslose Liebe zu GOtt und unsere Nächstenliebe werden uns stets dazu führen, den Willen des HErrn zu tun und uns in diesem Leben voller Versuchungen und Illusionen weise den Weg weisen. Nur diese Liebe kann unser Licht sein und uns beständig zu dem leiten, was GOtt gefällt, indem wir uns auf GOttes Offenbarungen in der Heiligen Schrift, auf die Gemeinschaft mit den Jüngern Christi und auf Eingebungen, die uns direkt ins Herz gelegt werden, verlassen. Doch lasst uns nicht vergessen, dass nur GOtt uns wirklich sagen kann, was Liebe zu ihm und zu unserem Nächsten ist; daher unser ständiges Bedürfnis, ihn im Gebet anzuflehen, uns zu leiten und uns die Weisheit zu schenken, seine Stimme immer wieder zu erkennen und sie von den vielen trügerischen Stimmen des Bösen zu unterscheiden. Tatsächlich wird der Böse die Welt immer wieder benutzen, um uns aufs Neue zu verführen und in die Finsternis zu stürzen. Zu diesem Zweck bedient er sich unter anderem dreier Mittel, vor denen der Apostel Paulus uns zu seiner Zeit unermüdlich warnte: Hurerei, Unreinigkeit und Geiz. Lesen wir zwei Schlüsselstellen aus diesen Warnungen, die erste richtet sich eindringlich an die Epheser, die zweite an die Kolosser:
Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger (welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und GOttes.
So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind: Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei
Warum listet der Apostel sie immer in derselben Reihenfolge auf? Wir haben die Offenbarung nicht persönlich erhalten, doch erscheint uns dies nicht unerheblich. Wir werden aber gemeinsam zum allerersten Punkt zurückkehren, dann zum allerletzten, bevor wir mit dem zweiten abschließen.
Hurerei, eine Verunreinigung des Körpers
Der Herr Jesus hat uns bereits vor Ehebruch in Gedanken gewarnt, eine Warnung, die sich selbstverständlich auf jede andere Form der Unreinheit ausdehnen lässt: Wir werden also gewarnt, dass die Begierde im Herzen die Seele ebenso sehr verunreinigt wie die Tat selbst. Doch derselbe Herr warnt uns, diesmal durch seinen Apostel Paulus, vor der Verunreinigung des Leibes selbst, in dem man sich befände, wenn man so weit ginge, Unreinheit in der Tat zu begehen.
Doch bevor wir die beiden Bibelstellen Bezüge eingehen, möchten wir betonen, dass es uns hier nicht darum geht, das Gewissen dessen zu erleichtern, der sich „nur“ in Gedanken der Unreinheit hingibt; nein, wir könnten uns dem Herrn Jesus Christus, von dem wir die Taufe des Geistes empfangen, nicht widersetzen. Vielmehr möchten wir jenen, die in der Finsternis eine gewisse Tiefe erreichen, die ach so undurchsichtige Natur ihrer Taten und den Beginn der Zerstörung ihres eigenen Leibes vor Augen führen. … O Herr Jesus Christus, wir bitten dich, komm und sprich zu jedem Herzen nach seinen Bedürfnissen, nach der Art der Unreinheit, mit der es versucht wird…
Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Die Speise dem Bauche und der Bauch der Speise; aber GOtt wird diesen und jene hinrichten. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem HErrn und der HErr dem Leibe. GOtt aber hat den HErrn auferwecket und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft.
Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! Oder wisset ihr nicht, daß, wer an der Hure hanget, der ist ein Leib mit ihr? Denn sie werden (spricht er) zwei in einem Fleische sein. Wer aber dem HErrn anhanget, der ist ein Geist mit ihm. Fliehet die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leibe; wer aber huret, der sündiget an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von GOtt, und seid nicht euer selbst? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset GOtt an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind GOttes
Geiz, eine Abgötterei
Wir gehen hier erneut ein gewisses Risiko ein, aber wir bitten Sie inständig, die Bedeutung unserer Worte zu verstehen. Jede Sünde ist vor dem HErrn schwerwiegend, doch manche Sünden definiert GOtt selbst durch seine Stimme oder die seiner Apostel auf besondere Weise. So verhält es sich auch mit der Gier, die der Apostel in jeder der zuvor genannten Passagen ausdrücklich als Abgötterei (oder Götzendienst) bezeichnet. Sünde zu begehen bedeutet per Definition, gegen GOttes Willen zu handeln, sein Gesetz zu verletzen, das in unsere Herzen eingeprägt oder in der Heiligen Schrift aufgezeichnet ist. Götzendienst hingegen ist schlicht und einfach die Anbetung eines falschen Gottes. Diese Anbetung kann bewusst oder unbewusst erfolgen, und leider ist Geiz, die weltweit am weitesten verbreitete Form des Götzendienstes, gerade deshalb so verhängnisvoll, weil sie ein unbewusster Akt der Anbetung des Mammons ist. Viele können ehrlich zugeben, dass das Streben nach Geld ihr größtes Lebensziel ist; viele geben zu, dass ihre Gedanken ständig um immer größere Gewinne kreisen, um ihren Nachkommen ein möglichst hohes Einkommen zu sichern – sei es durch eine Erbschaft oder eine höhere Ausbildung mit einer gut bezahlten Stelle in Aussicht. Kurz gesagt, ihr ganzes Leben verläuft so, als wäre Geld das Wertvollste, was sie auf Erden besitzen oder ihren Lieben wünschen könnten. Leider ist den meisten dieser Menschen nicht bewusst, dass eine solche Haltung Götzendienst ist, genauer gesagt, eine Form der Geldanbetung, insbesondere der Anbetung des Mammons.
Dies läuft in der Tat darauf hinaus, diesen bösen Geist als Gott auf den Thron des eigenen Herzens zu erheben. Es ist ein fortwährender Akt der Anbetung des Mammons. Denn Anbetung besteht nicht unbedingt aus gesprochenen Worten; sie ist in erster Linie eine Herzenshaltung, eine spürbare Herzenshaltung, nicht in einem Gotteshaus, sondern in jedem Augenblick unseres Lebens, in jeder unserer Handlungen, in jeder unserer Begegnungen mit unseren Mitmenschen, in jedem unserer Bestrebungen. Deshalb hat der Herr, lange vor Paulus, selbst die Gier als Götzendienst bezeichnet und sogar den Dämon, die Gottheit, das Götzenbild benannt, das hinter dieser schrecklichen Sünde stand. Und so wie Johannes später die Liebe zur Welt als eine Form der Blindheit bezeichnete, so hatte auch sein Meister Jahre zuvor angedeutet, dass die Liebe zum Mammon eine Form der Blindheit sei.
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis selber sein!
Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht GOtt dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung?
Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?
Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als derselbigen eins. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich GOttes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.
Viele von uns in dieser Generation haben, in unterschiedlichem Ausmaß, ernsthafte Problem mit unserem Verhältnis zu Geld, darunter auch gläubige Christen. Es genügt nicht, sich damit zu trösten, dass unsere Gedanken nicht ständig um Geld kreisen, sondern vielmehr um die Art und Weise, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten, Christus unseren Mitmenschen zu verkünden, Bedürftigen materiell oder körperlich beizustehen und unsere Kinder von klein auf im Glauben zu unterweisen (altersgerechte christliche Literatur, Teilnahme an christlichen Jugendgruppen, Familienandacht usw.), ihnen die Werte des Glaubens einzuprägen, noch bevor sie das Bewusstseinsalter erreichen, in dem sie die persönliche und bewusste Entscheidung treffen müssen, dem Herrn und Jesus Christus nachzufolgen. … Edle Gedanken zu haben ist eine ausgezeichnete Sache, GOttes Willen als ständiges Streben zu haben ist ein ausgezeichneter Lebenssinn, aber wir alle müssen den HErrn GOtt unablässig bitten, uns die Gnade zu erweisen, wachsam zu bleiben, damit wir nicht den heimtückischen Versuchungen des Bösen erliegen.
Unreinigkeit vs. Reinheit und Keuschheit
Anstatt direkt über Unreinigkeit zu sprechen, möchten wir einige Bibelstellen zu Reinheit und Keuschheit hervorheben. Die erste stammt direkt vom Herrn und betont das Erbe derer am Ende der Zeiten, die ihr Herz rein bewahrt haben. Die zweite stammt vom Apostel Paulus, der uns einen Weg aufzeigt, wie wir Keuschheit als Licht nutzen können, das unsere Schritte leitet:
Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden GOtt schauen.
Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach.
HErr JEsus Christus, du bist das fleischgewordene Wort GOttes, um uns zu retten. Während deiner Gegenwart unter uns hast du dich uns als unser Licht, unser Vorbild, unser Meister offenbart. Deinem Beispiel der Liebe zum Vater wollen wir folgen, deinem Beispiel der Liebe zur Menschheit wollen wir folgen, dem Leben im Heiligen Geist, das du gelebt hast, wollen auch wir folgen. HErr JEsus Christus, komm und rette jeden von uns, der dich noch nicht kennt, und auch jenen, die dich bereits in ihrem Leben angerufen und sich entschieden haben, dir nachzufolgen. Welche Hindernisse auch immer vor uns liegen mögen, schenke uns die Gnade, noch heute aufs Neue mit deinem Heiligen Geist erfüllt zu werden, damit wir mit neu entfachter Flamme in deinem Licht wandeln, in Liebe zum Vater, in Liebe zur Menschheit, unter der Führung deines Heiligen Geistes!
Amen!
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