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Wesen und Maß der Liebe

Wir alle haben Menschen, die wir schätzen, ob zu Recht oder zu Unrecht. Das gilt unabhängig von unserer Persönlichkeit. Manchmal hängen unsere Entscheidungen in bestimmten Lebensbereichen davon ab, wie diese Menschen sie wahrnehmen würden. „Was werden meine Eltern denken, wenn ich das tue?“ „Was werden meine Freunde sagen, wenn ich das tue?“ … Und selbst die Wagemutigsten unter uns, selbst wenn sie keine Angst davor hätten, geliebte Menschen zu verletzen, würden zweimal überlegen, bevor sie Entscheidungen treffen, um ihren eigenen Ruf nicht zu schädigen und nicht zum Gegenstand von Klatsch zu werden.

Aber eines ist klar: Wenn es um wirklich ernste Angelegenheiten geht, sind wir alle bereit, unseren Stolz, unser Selbstwertgefühl und unsere wertvollen Beziehungen beiseitezulegen, um das zu tun, was wir als unsere Pflicht ansehen.

Welcher junge Mann würde nicht die spöttischen Blicke seiner Freunde ertragen, die ihm vorwerfen könnten, er behandle seine Frau mit mehr Rücksichtnahme, als ihr zusteht? Welche junge Mutter würde sich wegen eines Geburtsfehlers ihres Kindes so sehr schämen, dass sie sich vor Spaziergängen mit ihm fürchtet? Welcher Sohn würde seine Eltern nicht öffentlich verteidigen, ungeachtet der Kritik, die er ihnen im Privaten entgegenbringen mag? ... Es gäbe sicherlich noch lehrreichere Beispiele, aber es geht lediglich darum zu betonen, dass wir, wenn die Umstände es erfordern, im Leben immer die Pflicht haben, uns denen zu stellen und uns gegen sie zu stellen, die wir zuvor geschätzt haben.

Ist dieser Artikel also ein Aufruf, unsere Freunde zu Feinden zu machen? Keineswegs! Ich möchte Sie lediglich daran erinnern, dass wir uns immer dann, wenn uns ein höherer Wert begegnet, der im Gegensatz zu denen steht, die uns bisher wichtig waren, aufrichtig fragen müssen: „Was ist am wichtigsten?“

 

GOttes Methode

In der Bibel wird immer wieder deutlich, dass Gott Menschen, die er gebrauchen wollte, zunächst (zumindest zeitweise) von ihrer Familie trennte. Zahlreiche Beispiele dafür sind Abraham, Jakob, Josef, Mose, der Prophet Elia, Johannes der Täufer, Jesus selbst und andere.

Abgesehen von den praktischen Gründen, die manche darin sehen mögen, ist es nun einmal so, dass die Menschen, die wir auf Erden am meisten schätzen, im Allgemeinen unsere Familienmitglieder sind. Und das ist normal, doch die Tragik liegt darin, dass sich unter ihnen oft einige befinden, die wir über alles lieben, das heißt, mehr als GOtt.

Es ist natürlich fast unmöglich, dies so zuzugeben, wie es formuliert ist. Doch wenn Christus uns sagt, jemand zu Ihm kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht sein Jünger sein (Lukas 14,25–33; Matthäus 10,32–42), dann deshalb, weil Er weiß, dass die Liebe, mit der wir sie lieben, grenzenlos ist. Er ruft uns daher auf, sie mit einer Liebe zu lieben, deren Wesen und Ausmaß er selbst bestimmt hat.

Deshalb müssen wir unsere Lieben lieben, aber nach GOttes Willen. Und wir müssen uns darauf einstellen, mit der Zeit von ihnen getrennt zu sein, vielleicht nicht physisch wie in den meisten der zuvor genannten Fälle; aber GOtt warnt uns, dass wir von unseren Verwandten verfolgt werden, wenn wir uns entscheiden, ihm wirklich nachzufolgen. Es liegt also an uns, ihm in vollem Bewusstsein nachzufolgen, selbst auf die Gefahr hin, von unseren Freunden verspottet, von unseren Eltern verstoßen und von unserem Ehepartner verlassen zu werden.

Hier geht es nicht darum, Streit zu suchen, sondern um die Herausforderung, die wir in unseren Herzen fürchten, wenn uns die Frage nach der „Wiedergeburt“ gestellt wird. Dieser Widerstand wird auftreten und uns vielleicht mehr Schmerz bereiten, als wir erwarten. Doch lasst uns eines bedenken: Wenn wir lieben, müssen wir bereit sein, Beleidigungen und Spott zu ertragen. Wenn dies für unser geliebtes Kind oder unseren Ehepartner gilt, wie eingangs erwähnt, dann gilt es umso mehr für unseren GOtt, Schöpfer und Erlöser!

Ewiger GOtt, wir beten und flehen Dich an, durch Deinen Heiligen Geist, schenke uns die Kraft, die fleischliche Liebe zu unseren Angehörigen und Mitmenschen aufzugeben, damit wir sie von nun an nach Deinem Willen und somit in dem von Dir bestimmten Maße lieben können. Möge unsere Liebe zu ihnen nicht in erster Linie darin bestehen, sie nicht zu verärgern, sondern vielmehr darin, ihr Heil und ihr Wohl nach Deinem Willen zu suchen.

Lasst uns ebenso uns selbst lieben, wie du es tust, und nicht länger um jeden Preis mit denen, die wir lieben, in "Harmonie" sein wollen, sondern vielmehr Frieden suchen, soweit es an uns liegt, und vor allem Dich niemals verraten.

Im Namen des HErrn JEsus Christus!

Amen!

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